Mit Mut zur dezentralen Wärmewende: Zukunftswerkstatt Kreis Coesfeld

Damit die Wärmewende auch im Kreis Coesfeld erfolgreich wird und ihren Beitrag zu einer klimaneutralen Region leisten kann, muss die zukünftige Wärmeversorgung umwelt- und klimaschonend gestaltet werden. Doch welche neuen Konzepte und Denkweisen ergeben sich für die Kommunen und Gemeinden? Von welchen Maßnahmen können Unternehmen, aber auch Privathaushalte profitieren? Diese und weitere Fragen waren Gegenstand des Workshops „Wärmemarkt der Zukunft: Strategien einer nachhaltigen Wärmeversorgung“, zu dem die wfc Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld GmbH und die FH Münster eingeladen hatten.  Ganz im Zeichen der zeitgleich laufenden Klimaschutzwoche im Kreis Coesfeld waren über 25 Vertreter aus Kommunen und Unternehmen dieser Einladung nach Senden gefolgt, um sich gemeinsam mit den Referenten zum Thema auszutauschen. „Mit diesem Workshop wollen wir die Gemeinsamkeiten, aber auch die regionalen Unterschiede in den Kommunen des Kreises Coesfeld beleuchten“, begrüßte Christian Holterhues, Projektleiter bei der wfc, die Teilnehmer. „Unser gemeinsames Ziel ist es neue Ideen und Ansätze einer nachhaltigen Wärmeversorgung für unsere Region zu durchdenken, sie zu diskutieren und nötige Konzepte kritisch zu hinterfragen“. Veranstaltung fand dabei im Rahmen des INTERREG-VA-Projektes WiEfm („Wärme in der Euregio: fokussieren und modernisieren“) statt. Das grenzüberschreitendes Projekt „WiEfm“ fördert klimafreundliche Wärmeversorgung in Deutschland und den Niederlanden.

Dass kommunale Nahwärmeversorgungen technisch und wirtschaftlich realisierbar sind, zeigte Olaf Kruse, Projektmanager für Nahwärme bei der Rehau AG+Co aus Erlangen, anhand von Praxisbeispielen aus ganz Deutschland. So unterschiedlich diese regional betrachtet auch sein mögen, so haben solche nachhaltigen Konzepte doch eins gemeinsam: „Es bedarf immer der Bereitschaft und aktiver Personen dazu, um innovative Lösungen anzugehen. Denn nur so können zukunftsfähige Projekte realisiert werden.“ Dazu gehöre es auch, Überzeugungsarbeit zu leisten und im Kleinen anzufangen, so der Referent. „Wichtig ist, etwas zu tun und sich der nachhaltigen Wärmeversorgung zu stellen.“

Dass der Kreis Coesfeld bereits viele Potentiale für ein Wärmenetz birgt und in welchen Städten und Gemeinden damit die Grundlage für eine nachhaltige Wärmeversorgung gegeben ist, verdeutlichte anschließend Hinnerk Willenbrink, Projektingenieur am Fachbereich Energie – Gebäude – Umwelt der FH Münster. Mit einer interaktiven Karte, die fast 200 Wärme-Hotspots im Münsterland kennzeichnet, werden hohe Wärmebedarfe im Münsterland aufgezeigt. „Unsere Karte gibt konkrete Vorschläge, wo es Sinn macht auf erneuerbare Energien umzusatteln“, so Willenbrink. „Das ist gerade als Unterstützung für langfristige kommunale Entwicklungskonzepte eine große Chance.“ Finanzielle Unterstützung können auch Unternehmen aus dem Kreis Coesfeld beim WiEfm-Projekt bekommen. „Mit den WiEfm-Wärmegutscheinen zur Machbarkeitsstudie wollen wir Unternehmen und Kommunen die Möglichkeit bieten, neue Potentiale für eine stabile und nachhaltige Wärmeversorgung zu ermitteln“, erklärte Willenbrink den Veranstaltungsteilnehmern.

Wie konkrete Wärmelösungen im Kreis Coesfeld aussehen könnten und welche Herausforderungen und Chancen sich die Gemeinden und Kommunen ergeben, darüber diskutierten die Teilnehmer anschließend an drei Thementischen zu je unterschiedlichen Schwerpunkten. „Ob die Anforderungen an Wirtschaft und Politik oder konkrete Geschäftsmodelle für regionale Wärmelösungen – Auf die heute diskutierten Wärmelösungen zu reagieren und die Wärmeversorgung in unserer Region nachhaltig zu nutzen, ist eine zentrale Aufgabe in jeder Kommune“, fasste Christian Holterhues die Ergebnisse der Veranstaltung zusammen.

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