Klimaschutzmanagerin Petra Volmerg von der Gemeinde Senden spricht über Wärmenetze für ihre Kommune

„Es ist eine spannende Herausforderung“

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Petra Volmerg, Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Senden. Foto: privat

Das Ziel des geförderten INTERREG-VA-Projektes “Wärme in der Euregio – fokussieren und modernisieren” (WiEfm) ist es, eine klimafreundliche und nachhaltige Wärmeversorgung für Wirtschaft und Kommunen zu ermöglichen. Auch die Gemeinde Senden im Kreis Coesfeld stellt sich unter dem Leitsatz „Senden schafft gutes Klima“ einer großen Herausforderung: der Umsetzung ihres Energie- und Klimaschutzkonzeptes. Seit Dezember 2015 ist Petra Volmerg als Klimaschutzmanagerin für die Gemeinde Senden beauftragt. Die 47-Jährige Bauingenieurin setzt sich für den Ausbau von zukunftsfähiger Wärmeversorgung in der Region ein. Im Interview spricht sie über ihre Arbeit als Klimaschutzmanagerin, über neue Wärmeprojekte und über Herausforderungen, die sich dabei ergeben.

Was ist Ihre Hauptaufgabe als Klimaschutzmanagerin?

“Die Aufgaben als Klimaschutzmanagerin für die Gemeinde Senden sind sehr weit gefächert. Es geht unter anderem darum durch Wind- und Solarenergie, den Einsatz von Elektrofahrzeugen, durch Wärmedämmung an Altbauten, Energieberatung und viele andere Maßnahmen gemeinsam mit der Bürgerschaft und Betrieben den CO2-Ausstoß in der Gemeinde zu verringern. Meine Aufgabe ist es dabei in allen möglichen Bereichen zu koordinieren und Verbesserungen in puncto Klima zu ermöglichen. Das bezieht sich auf die Bürger, aber auch den Gewerbebereich, auf die Unternehmen, bis hin in den kommunalen Bereich. Derzeit wird so zum Beispiel ein Blockheizkraftwerk (BHKW) im Sendener Sportpark umgebaut. Es soll dem Wärmeverbund von Steverhalle, alter Zweifachhalle und Cabrio-Bad zugeschaltet werden und die Heizkessel der Steverhalle sowie die Pelletheizung des Bades entlasten. Hier ist es meine Aufgabe Kollegen zu unterstützen und als Klimaschutzmanagerin beratend zur Seite zu stehen.“

 

Welche Potentiale sehen Sie in Bezug auf Wärme in Ihrer Kommune?

„In Senden selbst bzw. im Umkreis gibt es keinen direkten Wärmelieferanten, da uns hier der industrielle Standort fehlt. In der Vergangenheit war die Idee den Weg über Privatleute zu gehen. Eine solche Vereinbarung ist allerdings nicht zustande gekommen. Derzeit gibt es ein Wärmenetz im Bereich des Sendener Schwimmbades. Momentan ist hier der Ausbau eines Wärmenetzes angedacht, welches die vier Sendener Schulen und den anliegenden Kindergarten miteinander verknüpft. In einem nächsten Schritt heißt es dann intensiv zu prüfen, ob wir das kommunal realisieren werden und wie Umsetzung erfolgen könnte. Außerdem gibt es in der Gemeinde einen großen Bereich, in dem Elektroheizungen vorhanden sind und hier wollen wir gezielt nach Alternativen schauen. Diese Idee ist jedoch erst in der Entwicklung.“

 

Welche Herausforderungen ergeben sich für Ihre Kommune?

“Eine ganz klare Herausforderung in Sachen „Wärmenetze für Senden“ ist die Mobilisierung der Bürger für solche Projekte. Während wir bei kommunalen Gebäuden als Verwaltung mehr Einfluss haben, so sind wir bei privaten Projekten auf die freiwillige Mithilfe der Bürger angewiesen. Natürlich steht einerseits die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, aber die Bürger für die Wichtigkeit von Wärmnetzen zu begeistern, ist ein Knackpunkt – besonders auch, wenn sich Bürger zusammentun müssen. Auch in der Kommune ergeben sich Herausforderungen dahingehend, weil es keine erprobte Technik gibt, muss man sich langsam an solche Projekte vortasten. Aber das sehe ich als eine spannende Aufgabe für mich als Klimaschutzmanagerin.“